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Eichenprozessionsspinnerbefall bei der Watzlikkapelle und Mariaorter Straße

08.06.2018 Achtung - Gesundheitsgefahr!!!!!

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Eichenprozessionsspinnerbefall an der Eiche bei der Watzlikkapelle/Tremmelhausen und bei der Ruhebank in der Kurve von Kneiting nach Mariaort

Der Eichenprozessionsspinner wird in Bayern heimisch. Die Eiche bei der Watzlikkapelle in der Nähe des Gutes Tremmelhausen und die Eichen bei der Ruhebank in der Kurve von Kneiting nach Mariaort (Mariaorter Straße) sind durch den Eichenprozessionsspinner befallen.

Derzeit ziehen die Raupen zur Nahrungssuche in namensgebenden "Prozessionen" hintereinander in die Kronen von besonnten Eichen, die sich meistens an einem Straßen- oder Waldrand befinden. Dorf fressen sie in geselligen Familienverbänden die Eichenblätter fast vollständig bis auf die Mittelrippe auf. Mitte Juni ziehen sich dann die älteren Raupen tagsüber in auffallende Gespinstnester, die am Stamm und in Astgabelungen liegen zur Häutung zurück.
Bisher kann festgestellt werden, dass infolge des beobachteten Befalls auch im Jahr 2018 nicht mit einem Kahlfraß an den befallenen Eichen zu rechnen ist.

Die Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners stellen eine akute gesundheitliche Gefährdung für Menschen dar. Ab dem dritten Larvenstadium wachsen den Raupen sehr feine Brennhaare, die leicht brechen und bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Strecken getragen werden. Da die alten Larvenhäute nach der Häutung in den "Nestern bleiben", besitzen diese ebenfalls eine hohe Konzentration an Brennhaaren.

Trotzdem ist es erforderlich, auf mögliche Gefahren durch den Eichenprozessionsspinner für Waldbesucher und Waldbesitzer hinzuweisen:

Die Raupen dieses Nachfalters besitzen im fortgeschrittenen Raupenstadium sogenannte „Brennhaare", die bei Kontakt bei Menschen und auch bei Hunden Hautausschläge, Reizungen der Atemwege und allergische Reaktionen hervorrufen können.

Die Brennhaare befinden sich vor allem in den Gespinstnestern, die ab Juni am Stamm oder oben in der Krone von Gruppen dieser Raupen vor der Verpuppung gebildet werden. Positiv dabei ist, dass die Gespinste die Raupen abschotten und so ein Herumfliegen dieser Brennhaare verhindern. Daher sind die wichtigsten Vorsorgemaßnahmen, niemals in diesen Gespinsten – zum Beispiel aus Neugier - herum zu stochern und einfach Abstand zu halten!

Ende Juli fliegen dann aus diesen Gespinsten die fertigen Nachtfalter aus, um wieder Eier an Eichen abzulegen. Beim Ausfliegen werden erstaunlicherweise die Gespinste nicht aufgelöst. Sie werden dann im Herbst oder Winter abgewaschen oder auch verweht und fallen irgendwann auf den Waldboden. Auch in dieser Zeit sollte man die Gespinste nicht berühren oder aufsammeln. Es können sich noch aktive Brennhaare darin befinden. Die Brennhaare sind sehr widerstandsfähig (Chitin) und werden erst nach Jahren zersetzt. Diese werden aber überwiegend in der Laubstreu und im Humus durch Feuchtigkeit gebunden.

Die Vorsichtregeln gelten auch für Waldbesitzer, die im Herbst oder Winter Holz machen: Keinesfalls solche Gespinste berühren oder aufsammeln! Das Fällen und Aufarbeiten von Eichen sollte möglichst bei feuchter Witterung erfolgen.

Werden an Wanderwegen, Parkplätzen oder Erholungseinrichtungen Gespinste festgestellt, wird mit Absperrbändern und/oder Warnschildern darauf hingewiesen. Bitte zeigen Sie hierfür Verständnis und halten Sie sich ihrer eigenen Gesundheit zuliebe von abgesperrten Arealen fern. In Einzelfällen werden durch Spezialfirmen auch Gespinste abgesaugt.

Es bleibt fest zu halten, dass in der aktuellen Befallssituation bei Beachtung der grundlegendsten Verhaltensregeln keine Beeinträchtigung für Waldbesucher zu erwarten ist.

Insgesamt ist aber damit zu rechnen, dass sich der Wärme liebende Eichenprozessionsspinner in unserer Gegend dauerhaft einnisten wird. Dies ist auch eine der schon so oft angesprochenen Folgen der Klimaerwärmung. Viel befahrene Straßen wirken wie Dauerlichtquellen, denen diese Nachtfalter folgen. Insektenforscher haben festgestellt, dass Eichenprozessionsspinnerweibchen in einer Nacht bis zu 7 Kilometer weit fliegen können.

So wie wir z.B. mit Zecken, Stechmücken und der Herkulesstaude leben müssen, müssen wir uns auch mit dem Eichenprozessionsspinner arrangieren und uns in der Natur entsprechend verhalten.

Pielenhofen, 28.05.2018:

Eine Information des Bereichs Forsten des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regensburg

Bei Fragen zur Ausbreitung und Biologie wenden Sie sich bitte an den Bereich Forsten in Pielenhofen, Tel.: 09409-85020 oder an die Gemeinde Pettendorf, Tel.: 09409-8625-0

Bei Fragen zur Gesundheit und zu Allergien kontaktieren Sie bitte Ärzte oder das Gesundheitsamt.

Weitere Informationen können Sie unter www.eichenprozessionsspinner.org bzw. https://www.stmgp.bayern.de/vorsorge/umwelteinwirkungen/eichenprozessionsspinner/ nachlesen.

Gemeinde Pettendorf

08.05.2018

Kategorien: Rathaus